Die andere Gegenwartsliteratur

Margot und Klaus Plöger

Hügelgrab

Unter dem Hügel
nahe der Stadt
heftet sich das Mädchen
die goldene Fibel
an ihre Knochenschulter

Im Grab zuhaus
badet sie in Eis
und Schnee, gefriert
zur rechten Zeit
hält sich vom Tode fern

Doch in die Tiefe
reichen keine neuen Jahre
die Wurzeln der Bäume
berühren sie nicht
verleugnet von der Göttin

Wenn ich sie finde
halte ich ihre Hand
zähle die Finger nach
und bürste den Staub
aus ihren Zähnen

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