Die andere Gegenwartsliteratur

Margot und Klaus Plöger

Deutschland – ein „weltoffenes“ Irrenhaus

Vorbemerkung

Ein Jahr vor der historischen Entscheidung der Regierung, Deutschland in einen Vielvölkerstaat zu verwandeln, wurden anläßlich der Feier zum 65. Jahrstag des Grundgesetzes einige bemerkenswerte Reden gehalten. Sie zeigten, daß der Wille, Deutschland wieder einmal in eine Katastrophe zu führen, in den Köpfen der Regierenden schon vorhanden war - allein, es fehlte noch die Gelegenheit zur wahnsinnigen Tat. Aber die eine Million muslimischer „Flüchtlinge“, die innerhalb weniger Wochen ins Land strömten und denen weitere Millionen folgen werden, haben allen Deutschen gezeigt: ihr Land wird von Irren regiert.

Denn in den nächsten zwei oder drei Jahrzehnten wird es unzweifelhaft zu einer territorialen, ethnischen und konstitutionellen Spaltung des Landes kommen. Aus Parallelgesellschaften werden sich Territorien mit eigener Staatlichkeit entwickeln, die nur noch nominell zu Deutschland gehören werden. Die Bundeskanzlerin Merkel und ihre Minister haben somit - ob gewollt oder ungewollt - eine „Zweistaatenlösung“, eine neue deutsche Teilung, beschlossen. Sie haben unser Land zur Kolonisierung durch kulturfremde Einwanderer preisgegeben, die als Muslime schon in ihren Herkunftsländern Christen, Jeziden und Alawiten unterdrückten. Die Folge dieser Balkanisierung oder - wie manche sagen - Libanonisierung wird sein, daß Deutschland noch alle Bürgerkriege vor sich haben wird, die der Balkan schon hinter sich hat.

Doch nun zurück zu dem Zeitpunkt, als die Welt noch scheinbar in Ordnung war. - Den Jahrestag des Grundgesetzes wollten die Abgeordneten des Deutschen Bundestages mit einer Feierstunde begehen. Dabei stellte sich Frage: wer sollte die Laudatio halten? Im Gespräch war zunächst ein Pastor namens Gauck, der seinerzeit das Amt des Bundespräsidenten ausübte. Allerdings kam es dann doch anders. Denn der Präsident des Bundestages lehnte diesen Mann als Laudator ab, wie es hieß: wegen „mangelnder intellektueller Tiefe“. Statt dessen sollte der Schriftsteller Navid Kermani den Deutschen das Grundgesetz anpreisen.

Aber auch der Bundespräsident ließ es sich nicht nehmen, anläßlich einer Einbürgerungsfeier eine Rede zu halten. Und so sind uns zwei Dokumente überliefert, die den geistigen Niedergang der Berliner Republik offenbaren und in denen die Grenzen zwischen Demokratie und Pathokratie zunehmend verfließen.

Vor allem die Rede des Bundespräsidenten enthält die typischen Wahnvorstellungen der politischen Klasse. Denn die Wirklichkeit der „Volks“verteter ist eine andere als die des von ihnen vertretenen Volkes. Deshalb werden unsere weisen Politiker nicht müde, den beschränkten Wählern ihre Welt zu erklären. Schließlich darf man die „Menschen da draußen“ mit ihren „diffusen Ängsten“ nicht allein lassen, sie müssen „mitgenommen werden“ in die elysischen Gefilde der geläuterten Deutschen. - Welches sind nun die Wahnvorstellungen im Einzelnen?

 

1. Das „Wir“ und die „deutsche Schuld“

Die Beschwörung der Vergangenheit ist eine beliebte Stereotype, die in keiner politischen Rede fehlen darf. „Unser Land“ - so der Bundespräsident - „von dem noch vor einem Menschenalter Krieg und Völkermord ausgingen, ist inzwischen Heimat für Menschen aus 190 Nationen. (…) Sie alle sind nun in Deutschland zu Hause. Das erfüllt mich mit Dank und Freude. Denn es zeigt: Sie mögen dieses Land, sie vertrauen dieser Republik Und die deutsche Staatsbürgerschaft erleichtert ihnen zudem den Alltag.“  

Es sind scheinbar harmlose Worte, die jedoch eine komplexe pathologische Disposition enthalten. Einmal steckt in diesen Worten noch die unterschwellige Angst vor einem Deutschland, von dem ‚Krieg und Völkermord’ ausging. Und zugleich spricht daraus das mangelnde Selbstvertrauen der Deutschen gegenüber sich selbst. Aber nun, welch wundersame Wendung, wird Deutschland zur ‚Heimat für Menschen’ aus aller Welt, die ‚dieses Land mögen.’ Trotz unserer abscheulichen Väter werden „Wir“, die Kinder, wieder geliebt. ‚Das erfüllt mich mit Dank und Freude.’  

Dieser Infantilismus fragt nicht mehr nach den Vor- oder Nachteilen der Einwanderung, sondern die Ausländer haben vor allem die Aufgabe, unsere verwundeten Seelen zu heilen, damit wir uns wieder mit uns selbst versöhnen können. Das Fremde wird idealisiert und glorifiziert und das Eigene narzißtisch überhöht. Der Einwanderer vergibt uns unsere Schuld und macht unsere böse Vergangenheit ungeschehen. Allein seine Gegenwart läutert uns zu guten Deutschen und je mehr Einwanderer zu uns kommen, desto bessere Deutsche werden wir. Der Schuldkomplex, häufig begleitet vom Selbsthaß, schlägt um in sein Gegenteil, in Selbstliebe. Diese Disposition, die das offizielle Denken und Reden dominiert, offenbart den grotesken Zwangscharakter mancher Deutscher, die - wie aus dem Lexikon der klinischen Psychiatrie entsprungen - als seelisch kranke Typen agieren.

Die Wirklichkeit indessen zeigt, daß nicht alle, die nun kommen, ‚dieses Land mögen und dieser Republik vertrauen.’ Und eines ist sicher: ‚die deutsche Staatsbürgerschaft’ erleichtert auch die Gründung von Parallelgesellschaften, in denen die deutsche Staatlichkeit nach und nach verloren geht. - Aber das zu sagen, weckt natürlich die Aggression der schuldbesessenen Deutschen. Ihr Selbsthaß schlägt dann um in Haß auf ihresgleichen. Und welch ein Wunder: sie werden dadurch ihren Vätern wieder ähnlich.

 

2. Das „Wir“ und die „Normalität“

„Schauen wir uns um im Land. Mit Aydan Özoğuz sitzt erstmals eine Tochter von Einwanderern im Bundeskabinett. Dem Bundestag gehören heute mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund an als je zuvor. Ein Deutscher mit iranischer Familiengeschichte, Navid Kermani wird morgen im Bundestag zur Feier unseres Verfassungstages sprechen.“ - Ohne Frage: die Einwanderer mit europäischen Namen sind völlig eingemeindet - heißen sie nun Kowalski oder Sarrazin. Und auch die Menschen, die Wang oder Singh heißen, werden sich gut integrieren.

Interessant wird es jedoch bei den Namen, die auf eine muslimische Herkunft schließen lassen. Gewiß haftet die sozialdemokratische Abgeordnete Aydan Özoğuz nicht für ihre Familie. Aber sie hat noch zwei umtriebige Brüder, die man auch zum „Wir“ zählen muß, da sie die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Und die haben sie inne, trotz ihrer islamistischen Propaganda, weshalb sie sogar schon vom Verfassungsschutz beobachtet wurden.

Ein anderer Fall hingegen ist Navid Kermani, dessen sechsundzwanzigköpfige Familie - wie er selbst berichtet - sich mittlerweile in Deutschland angesiedelt hat. Besonders interessant ist Kermani jedoch als Autor des Buches „Wer ist Wir?“, das im wesentlichen alle Zwangsideen enthält, die unser Staatsoberhaupt unters Volk bringt. Und da er sich mit einer Schar rotgrüner Berater umgeben hat, dürfte dieses Buch seinen Leuten nicht unbemerkt geblieben sein. Bis auf den einen Punkt, der schamvoll verschwiegen wird. Denn Kermanis Buch trägt ehrlicherweise noch den Untertitel: „Deutschland und seine Muslime.“

Der Witz an dieser Geschichte ist, daß Kermani im Grunde zweimal geredet hat. Einmal im Bundestag und ein andermal im Schloss Bellevue durch eine Marionette namens Gauck, die an den ideologischen Fäden des Multikulturalismus hängt. Anscheinend unfähig selber zu denken, muß er das nachsprechen, was ihm andere vorgedacht haben. Und in diesem Sinne tönt es aus dem Mund des Bundespräsidenten: „Wer Deutscher ist, wird künftig noch viel weniger als bisher am Namen oder am Äußeren zu erkennen sein.“ Das ist sicher nicht unzutreffend. Aber nicht die Haut- oder Haarfarbe ist entscheidend, sondern das, was in den Köpfen ist. Und leider kann man bei jedem terroristischen Anschlag in Europa und bei jedem gewalttätigen Angriff auf autochthone Jugendliche an den Namen häufig die Herkunft der Verbrecher erkennen - auch wenn sie eine hybride Staatsbürgerschaft besitzen.

Da hilft es auch nicht, wenn dieser Prediger in seinem Bekehrungseifer behauptet: „Der Blick ins Land zeigt wie (…) skurril es ist, wenn manche der Vorstellung anhängen, es könne so etwas geben wie ein homogenes, abgeschlossenes, gewissermaßen einfarbiges Deutschland. Es wird zunehmend als Normalität empfunden, dass wir verschieden sind - verschiedener denn je.“ - Hier haben seine Redenschreiber ganze Arbeit geleistet. Um ihre Ansichten als normal zu verkaufen, greifen sie zur ‚einfarbigen’ Rassismuskeule. Wer ihnen widerspricht, ist ‚skurril’, also nicht normal und offensichtlich an einer Xeno-, Islamo- oder sonstigen Phobie erkrankt. Mit dieser Einschüchterung versuchen die rotgrünen Ideologen, ihre ‚zunehmend’ wahnhaften ‚Vorstellungen’ der Welt als ‚Normalität’ aufzudrängen.

Doch im Grunde genommen ist dies ein Plädoyer für einen Vielvölkerstaat mit ‚verschiedenen’ Ethnien, von denen einige ‚homogen’ und ‚abgeschlossen’ in Deutschland existieren, da sie eine Assimilation verweigern. Denn dies ist eine Anstrengung, die Einwanderer fast überall auf der Welt erbringen müssen - nur nicht in Deutschland. Hier redet man stattdessen von einer Partizipation.

 

3. Das „Wir“ und die „Vielfalt“

Pathologisch läßt sich diese Wahrnehmung der Welt nur als Derealisation bezeichnen, der eine Depersonalisation vorausgeht. “Hören wir auf von „wir“ und „denen“ zu reden. Es gibt ein neues deutsches „Wir“, die Einheit des Verschiedenen. (…) Ich habe selbst gemerkt, dass man in wenigen Jahren sein Bild vom „Ich“ und vom „Wir“ verändern kann.“ Nun, viele „Alt-Deutsche“ - wie der Bundespräsident uns nennt - die in den falschen Stadtvierteln wohnen, haben auch ‚gemerkt’, daß sie nun zu ‚denen’ gehören, weil ihnen ein feindliches ‚neues deutsches Wir’ gegenübersteht. Und manche werden sogar zu Ver-triebenen im eigenen Land. Dennoch können diese Tatsachen das neue Weltbild des Bundespräsidenten nicht erschüttern. „Ich habe also mein eigenes Land neu sehen gelernt. (…) Heute weiß ich: Wir verlieren uns nicht, wenn wir Vielfalt akzeptieren. Wir wollen dieses vielfältige „Wir“. (.. ) Wir wollen es zukunftsorientiert und zukunftsgewiss bejahen.“ - Also was immer auch geschehen mag, welche Gefährdungen die offene Gesellschaft durch Einwanderung aus archaischen Kulturen ausgesetzt sein mag, dieses Staatsoberhaupt hat unser Land ‚neu sehen gelernt’, und er hat ‚in wenigen Jahren’ sein Weltbild ‚verändert.’ Unschwer ist zu erkennen, daß dies die Worte eines Konvertiten sind. Auf seinem Weg nach Damaskus hat er sich vom Saulus zum Paulus gewandelt. - Man fragt sich nur, von welchem Pferd ist dieser Mann getreten worden?

Allerdings ist eines sicher, durch sein neues Über-‚Ich’ hat er nicht nur sein altes ‚Ich’ überwunden, sondern er hat sogar ein neues ‚Wir’, also ein neues Volk gefunden. Und es ist zweifelhaft, ob er das alte noch vertritt. Zwar hat er einen Eid geschworen, seine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm zu wenden. Aber das deutsche Volk taucht in seiner Rede nicht mehr auf. Es ist ohnehin nie gefragt worden, wie viele Einwanderer es aufnehmen will. Das deutsche Volk - von dem im Grundgesetz noch die Rede ist - scheint in den Köpfen der Volksvertreter gedanklich schon ausgelöscht zu sein. Stattdessen wird von der ‚Vielfalt’ schwadroniert, wobei dies nur eine quantitative und keine qualitative Größe ist. Schaut man indessen einige Elemente dieser ‚Vielfalt’ genauer an, dann kann einem angst und bange werden.

Doch die Verleugnung der Realität bedeutet nicht, daß die tatsächlich gelebte Wirklichkeit völlig ignoriert wird. „Ghettobildung“, „Jugendkriminalität“ und „Sozialhilfekarrieren“ werden durchaus benannt. „Ja, es gibt Familien, deren Mitglieder die Dauergäste bei Polizei und Justiz sind. (…) Ja, es gibt Einwanderer, die Antisemitismus mitbringen. (…) Ja, es gibt reale Befunde, die wir ernst nehmen müssen. Probleme dürfen nicht verschwiegen werden, weil die falsche Seite applaudieren könnte.“ Bei soviel Bejahungen, die zugeben, daß es zwar einige ‚Probleme’ gibt, die ‚nicht verschwiegen werden dürfen’, mag der naive Zuhörer beruhigt sein. Scheinbar werden seine Befürchtungen ernst genommen. Doch auch hier handelt es sich nur um einen rhetorischen Trick. Dieser besteht in einer Prolepsis, die scheinbar alle Einwände vorwegnimmt, um die nachfolgenden Aussagen um so glaubwürdiger zu machen. Denn trotz Benennung der ‚Probleme’ werden wichtige Ausschnitte der Realität verleugnet. - Es handelt sich also um den klassischen Fall einer psychischen Abwehr, die das ‚Ich’ vor destabilisierenden Einflüssen schützen soll. Nicht der offenkundige Realismus, sondern der ideologische Relativismus ist das Ziel, der immer mit der Konjunktion ‚aber’ eingeleitet wird. „Gleichzeitig müssen wir aber darauf achten, mit Kritik an diesen Phänomenen nicht ganze Gruppen zu stigmatisieren.“

Im Grunde enthält diese Mahnung ein Denk- und Sprechverbot, die die neue Welt des Bundespräsidenten nicht hinterfragen soll. Denn die Benennung der ‚Phänomene’ darf das neue ‚Ich’ des Bundespräsidenten nicht gefährden. - Ist er doch nun Mitglied im multinationalen ‚Wir’ eines neuen Vielvölkerstaates geworden. Eine Korrektur seines Weltbildes würde die mühsam erworbene Identität gefährden.

Und schon gar nicht darf man einwenden, daß diese ‚Vielfalt’ möglicherweise in einer Balkanisierung Deutschlands enden wird. Zwar wird auch von „Werten“, „Würde“ und „Respekt“ gesprochen: „Wir verteidigen sie gemeinsam gegen alle, die unsere offene Gesellschaft verachten oder gar gefährden, gegen Feinde der Demokratie, gegen alle Rassisten und Fundamentalisten, gleich welcher Herkunft und welcher Ideologie.“ - Wer jedoch aufmerksam die Zeitungen liest, kann nur Zweifel daran haben, ob hier wirklich noch etwas ‚verteidigt’ wird - von der ‚Ideologie’ des Multikulturalismus einmal abgesehen.

 

4. Das „Wir“ und die „Bereicherung“

Die Dekonstruktion der deutschen Identität, die in einer pathologischen Depersonalisation und Derealisation der Individuen endet, findet ihr Pendant in der politischen Dekonstruktion der deutschen Nation. Jeder Staat existiert nur durch die Dreieinigkeit von Staatsvolk, Staatsgewalt und Staatsgebiet. Wobei - nebenbei bemerkt - in der bisherigen Geschichte der europäischen Staaten Ethnos und Demos mehr oder weniger identisch waren. Doch wird einem Element dieser säkularen Dreieinigkeit Gewalt angetan, droht der Untergang des betreffenden Staates durch die Veränderung seiner kulturellen, konstitutionellen oder territorialen Voraussetzungen.

Die Ausübung der Staatsgewalt kann beispielsweise verändert werden durch einen offenen Staatsstreich. In diesem Fall stürmen Soldaten den Regierungssitz durch die Vordertür. Aber es gibt noch einen Staatsstreich, und der zielt auf die Zusammensetzung des Staatsvolkes. Die willkürliche Verteilung von Staatsbürgerschaften ist daher nichts anderes als ein heimlicher Staatsstreich durch die Hintertür. Denn das Staatsangehörigkeitsrecht definiert in einer Demokratie den Souverän. Werden Staatsbürgerschaften an beliebig zugewanderte „Neu-Deutsche“ ausgeteilt, um sie als Wähler einer bestimmten politischen Partei zu rekrutieren, so ist dies ein Anschlag auf die Souveränität des Staatsvolkes.

Das bisherige Staatsvolk wird in seiner Existenz nach und nach minimiert. Und genau das ist die Politik der Neuen Linken, die auf diese Weise eine dauerhafte Machtergreifung intendiert. Auch der Bundespräsident redet diesem Staatsstreich durch die Hintertür das Wort. „Die doppelte Staatsbürgerschaft ist Ausdruck der Lebenswirklichkeit einer wachsenden Zahl von Menschen. (…) Unser Land lernt gerade (…), dass eine Gesellschaft attraktiver wird, wenn sie vielschichtige Identitäten akzeptiert und niemanden zu einem lebensfremden Purismus zwingt.“

Besonders ‚attraktiv´ ist unsere Gesellschaft - wie die Zeitungen melden - für die salafistischen Rückkehrer aus dem syrischen Bürgerkrieg. Durch die ‚doppelte Staatsbürgerschaft’ vor Ausweisung geschützt, können diese ‚vielschichtigen Identitäten’ hierzulande ihre terroristischen Anschläge planen. Denn ‚unser Land lernt gerade’ wie eine politische Partei versucht, durch die ‚doppelte Staatsbürgerschaft’ ihre Anhängerschaft zu erweitern. Und dabei geht es leider auch um eine bestimmte Gruppe von Einwanderern, die ‚einem lebensfremden Purismus’, nämlich dem politischen Islam anhängt, der mit einer demokratischen Republik nicht vereinbar ist.

Es geht also nicht um die insgesamt vier Millionen Muslime, die in Deutschland leben. Die säkularen Muslime sind in den Islamkonferenzen kaum ein Gesprächspartner gewesen - sie sind zu gut integriert. Es geht allein um diejenigen, die der deutschen Gesellschaft ablehnend oder sogar feindlich gegenüberstehen. Doch unverständlicherweise sind die religiösen Muslime mit ihrer fragwürdigen Haltung zum säkularen Staat die bevorzugten Verhandlungspartner der politischen Klasse. - Als gäbe es da noch etwas zu verhandeln!

Denn diese Gruppen machen das, was der erobernde Islam schon seit Jahrhunderten gemacht hat! Sie beginnen, Kolonien zu gründen, meist mit einer Moschee im Zentrum. Aber wenn neben der Gesellschaft eine parallele Gesellschaft entsteht, mit einem eigenen Rechtssystem und mit autonomen Gebieten, so ist dies langfristig der Weg zu einem Staat im Staate oder sogar zu einer eigenen Nation. Die Parallelgesellschaften in Deutschland dürften dann als Vorform einer neuen islamischen Staatlichkeit gelten. - Und was sagt der Bundespräsident dazu: „Erweiterung ist Kennzeichen der Lebenswirklichkeit in Einwanderungsgesellschaften. Das betrifft Alteingesessene genau so wie Hinzugekommene. Erweiterung umfasst zweierlei: Wenn etwa Konflikte aus Herkunftsländern auch in Deutschland ausgetragen werden, erleben wir Erweiterung als belastend. Aber das Miteinander der Verschiedenen hat uns doch kulturell und menschlich so viel positive Erfahrungen beschert, das wir dafür ganz bewusst, das schöne Wort ‚Bereicherung’ verwenden dürfen.“

Diese Worte illustrieren auf fast klassische Weise den Fall einer kognitiven Dissonanz. Die Wahrnehmungen und Wünsche des Bundespräsidenten widersprechen sich. Zwei Seelen wohnen, ach, in seiner Brust, und die eine will sich von der andern trennen: Denn das neue multikulturelle ‚Ich’ des Bundespräsidenten verlangt nach einem widerspruchsfreien Selbstbild; es muß sich entscheiden zwischen den ‚belastenden Konflikten’ und den ‚vielen positiven Erfahrungen.’ Es ist klar, welche Seite das ‚Ich’ im Sinne der Dissonanzreduktion wählen wird. Und so erfolgt die Substitution des negativen Attributes ‚belastend’ durch die ‚positiven’ Attribute ‚menschlich’ und ‚schön’. Das neue ‚Ich’ des Bundespräsidenten entscheidet sich ‚ganz bewusst’ für das Wort ‚Bereicherung.’

Allerdings setzt diese Wahrnehmung der ‚Lebenswirklichkeit’ die Unfähigkeit zu trauern voraus. Der Mangel an Empathie, wenn Deutsche zu Opfern werden, ist symptomatisch für die Neue Linke. Sie muß die Wirklichkeit verleugnen, weil sie sonst wahrnehmen würde, daß in Kirchweyhe und andernorts die Nutznießer ihrer ‚Bereicherung’ auch die ‚alteingesessenen’ Leichenbestatter sind.

Völlig daneben greift der Bundespräsident, wenn er sagt: „Gerade eine Einwanderungsgesellschaft ist immer Aushandlungsgesellschaft.“ Die polnischen, italienischen oder vietnamesischen Einwanderer akzeptieren diesen Staat so wie er ist. Da muß nichts ‚ausgehandelt’ werden! Denn für alle Bürger gilt das Grundgesetz und in wenigen Fällen das Strafgesetzbuch. Doch diese Worte zeigen die Bereitschaft der politischen Klasse zur Preisgabe der konstitutionellen und territorialen Integrität unseres Landes, um die „Teilhabe“ einer problematischen Gruppe an der Macht zu ermöglichen. Die Kehrseite der Kolonisation ist in diesem Fall die Kollaboration.

Insofern wäre die Frage zu stellen, inwieweit hier der Straftatbestand des Landes- und des Hochverrats erfüllt wird. - Oder scheint der Verrat am eigenen Volk gerade die Voraussetzung zu sein, um ein hohes Staatsamt zu bekleiden? Auch das ist möglich, zumindest wenn man an die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth denkt. - Vor einigen Jahren lief sie noch hinter einem Transparent her, auf dem zu lesen war: „Nie wieder Deutschland!“ - Das sind zumindest klare Worte, da weiß man wenigstens, woran man ist.

 

5. Das „Wir“ und der „Raum“

Die Zerstörung der deutschen Identität ist das zentrale Ziel der Neuen Linken. Denn sie muß zerstört werden, damit ihr Homunkulus mit dem Namen „Verfassungspatriot“ entsteht, ein neuer Mensch ohne nationale und kulturelle Eigenschaften. Dieser „Wir“-Deutsche ist zum einen leichter zu beherrschen, und zum anderen bietet er den eingewanderten ‚Neu-Deutschen’ bei ihrer ‚Teilhabe’ keine allzu großen Widerstände dar. Denn mit ihren neuen Deutschen als Minderheit will die Linke gegen die gespaltete Mehrheit ihres eigenen Volkes regieren - nach dem Prinzip des divide et impera.

Für die Neue Linke ist dabei die Frage, wer sich wem anpasst, völlig klar: Wir sind es, die sich anpassen sollen. „Was deutsch ist, ist nicht leicht zu fassen, und es verändert sich auch.“ - Sagt der Bundespräsident. Er erwähnt zwar bestimmte „Tugenden und Gewohnheiten, Traditionen und Bräuche“ sogar „die Klassiker der Literatur, Musik und Kultur“. Und er beteuert, daß er den Menschen auch weiterhin „Frohe Weihnachten“ wüschen wird. Und er meint: „Wer seine eignen kulturellen Werte gering schätzt, wird kaum von Anderen Respekt dafür erhalten.“ - Wohl wahr, obwohl er doch näher hätte erklären sollen, wer diese respektlosen ‚Anderen’ sind.

Beschwichtigend fährt er fort: „Ich wünsche mir einen Alltag, in dem wir das selbstverständlich Eigene achten - und dem anderen selbstverständlich Raum geben.“ - Gerade in diesen ‚selbstverständlichen’ Worten liegt die maßlose Verlogenheit seiner Rede begründet.

Denn das ‚Raum geben’ geschieht nahezu täglich. Das Problem ist dabei, daß das Eigene und das Fremde nicht verschiedene Räume, sondern ein und denselben Raum beanspruchen. - Eine Erfahrung die unsere Polizisten nahezu täglich machen müssen.

Zwei Tage nach dieser Rede ereignete sich in Berlin ein mittlerweile typischer Vorfall. Als in einem ‚bereicherten‘ Stadtviertel ein verwirrter Mann Passanten bedroht, wird die Polizei gerufen. Doch bevor sie diesen Mann festnehmen kann, wird sie selber angegriffen. Ein Mob von fast hundert jungen aggressiven Männern läuft in Windeseile zusammen und pöbelt die Polizisten an. Bemerkenswert ist dabei, daß sich die neuen „Wir“-Deutschen“ des klassischen Vokabulars der ‚Bereicherung‘ bedienten: „Schweine“, „Hurensöhne“, „Scheiß-Christen“ und als Aussicht auf die gemeinsame ‚vielfältige‘ Zukunft: „Es lebe der Dschihad!“ Gerade noch einmal davongekommen, erstatten die hilflosen Berliner Polizisten Strafanzeige - gegen „unbekannt“.

 

6. Das „Wir“ und „Europa“

Bei der Zerstörung der deutschen Identität und Souveränität spielt die Europäische Union eine besondere Rolle. Grundsätzliche Strukturen der Staatlichkeit, die bisher von den europäischen Nationen in eigener Verantwortung ausgeübt wurden, sollen nun auf einen supranationalen Staat verlagert werden, der - wie man weiß - mit einer Demokratie nichts mehr gemein hat. Denn das Europäische Parlament ist kein Parlament mit einer gewählten Regierung und die Europäische Kommission ist keine Regierung mit einem gesetzgebenden Parlament. Die Voraussetzungen der Gewaltenteilung zwischen Exekutive, Legislative und Judikative sind nicht vorhanden. Was hier entsteht, ist eine Eurokratie, die genauer besehen, eine Oligarchie ist.

Die Berliner Republik gleicht dabei einer Pyramide. Unten, an der Basis herrscht noch die Demokratie der Bürger, doch oben an der Spitze herrscht eine Oligarchie der Parteien. Durch die Europäische Union als Bundesstaat - statt eines Staatenbundes - wird der Gipfel dieser Pyramide weiter zugespitzt. Die Zerstörung des Nationalstaates wird dabei durch eine massenhafte Einwanderung beschleunigt. Sie dient der Neuen Linken als Mittel zum Zweck, um auf diese Weise ihre Hegemonie zu sichern. Mit einer amorphen Masse von Wählern, die nichts mehr zu wählen hat, erfüllt sich die Neue Linke ihren Traum - und der heißt: ‚Nie wieder Deutschland!’

Man darf annehmen, daß auch hier die pathologische Disposition des deutschen Schuldkomplexes durchschlägt. Dieser Schuldkomplex erschwert die Identifikation der Deutschen mit sich selbst und ihrer Geschichte. Das Gefühl der von den Vätern geerbten Schuld lastet schwer auf den Kindern. Aber nun werden sie alle „Europäer“ - und da kann man den Deutschen getrost hinter sich lassen. Durch diese Verdrängung der eigenen Identität - und der Einverleibung einer fremden - befreien sie sich endlich von ihren Schuldgefühlen. Allerdings liegt diesem Streben, jemand anderes zu werden als man selber ist, eine schwere narzißtische Persönlichkeitsstörung zugrunde. Problematisch dabei ist, wenn dieser unbewußte psychische Konflikt den politischen Diskurs pathologisch überformt. Eine Politik, die auf dieser Disposition beruht, kann nur zu Fehlleistungen führen.

Auch der Bundespräsident ist sich in dieser Hinsicht treu geblieben. So erklärt er in einer weiteren Rede: „In ‚unserem Land’ sollen auch alle zu Hause sein können, die hier leben. Wir leben inzwischen in einem Staat (…) der sích immer weniger durch die nationale Zugehörigkeit seiner Bürger definieren lässt, sondern durch ihre Zugehörigkeit zu einer politischen und ethischen Wertegemeinschaft, in dem nicht ausschließlich die über lange Zeit entstandene Schicksalsgemeinschaft das Gemeinwesen bestimmt, sondern der Unterschiedlichen nach dem Gemeinsamen: diesem unseren Staat in Europa.“

Die historisch gewachsene Kulturnation soll also durch eine politisch konstruierte Willensnation ersetzt werden. Die tausendjährige ‚Schicksalsgemeinschaft’ soll einer ‚politischen und ethischen Wertegemeinschaft’ weichen. - Was nichts anderes heißt, wir Deutsche dürfen uns nicht länger durch unsere kulturelle und ‚nationale Zugehörigkeit’ definieren. Nur auf diese Weise können wir als „Europäer“ endlich unsere Geschichte vergessen und die Verantwortung für unser Geschick in andere Hände legen.

Die Frage ist jedoch, welche ‚politische und ethische Wertegemeinschaft’ in Zukunft das ‚Gemeinwesen’ bestimmen wird. Jeder, der seinen Verstand noch nicht bei der politischen Klasse abgegeben hat, um dafür die heilige Kommunion ihrer Gesinnungen zu empfangen, weiß, wie diese Zukunft aussehen wird. Es ist vor allem der Islam, der als ‚politische und ethische Wertegemeinschaft’ sich Raum verschafft und der die territoriale und konstitutionelle Spaltung Deutschlands vorantreibt. Bemerkenswert ist auch, daß der Begriff ‚unser Land’ apostrophiert wird, da es nicht mehr uns gehören darf - wird es doch gerade an andere verschenkt. Damit hier ‚alle zu Hause sein können’ fehlt natürlich nur noch eines: die deutsche Staatsbürgerschaft für alle ‚die hier leben’. - Allerdings sieht das Haus des Islam etwas anders aus als es sich diese gutgläubigen Politiker denken. Denn es teilt sich in ein Haus des Krieges und in ein Haus des Friedens. Und die Deutschen wohnen leider in den falschen Appartements.

Das Deutsche Volk, das in den Reden des Bundespräsidenten kaum noch einer Erwähnung wert ist, wird also zu diffusen ‚Unterschiedlichen’ atomisiert, und die leidgeprüfte ‚Schicksalsgemeinschaft’ der Deutschen wird durch eine beliebige ‚Wertegemeinschaft.’ substituiert. Diese Änderung in den Geschäftsbedingungen des Grundgesetzes zeigt den gemeingefährlichen Schwachsinn unserer „Eliten“. Offensichtlich meinen manche, sie könnten ihren multikulturellen Gottesstaat schon hier auf Erden verwirklichen. Wir müssen uns nur zu ihrem neuen Glauben bekehren.

Auch der Pastor Gauck wähnt, er stehe Gott näher und weiß, was seiner Gemeinde frommt. Zwar bemerkt er den „Unwillen über die Aufnahme von Einwanderern und Flüchtlingen“, und er sieht „die Angst vor der Globalisierung, die als zunehmende Entgrenzung und Unübersichtlichkeit empfunden wird.“ Allerdings sind dies nur die üblichen rhetorischen Gaukeleien. Er äußert zwar sein Verständnis für die ‚Angst’ der Bürger, aber nur, um ihnen danach seine dreisten Behauptungen aufdrängen. Doch wehe, wer ihm zu widersprechen wagt! Das können nur „populistische und europafeindliche Kräfte“ sein, also widerwärtige Ketzer und Hetzer, die willige Werkzeuge des Teufels sind. Dabei ist für diesen Prediger klar: „Der Rückzugsraum Nationalstaat, von dem manche träumen, er existiert so gar nicht mehr. (…) Die Rückkehr zum klassischen Nationalstaat kann also für Europa nicht die Antwort auf die neue Entgrenzung und die neue Unübersichtlichkeit sein.“ - Warum, so muß man sich fragen, ist dieser Mann dann noch Präsident eines Staates, den er nicht mehr haben will? In diesem Fall wäre sein Amt ebenso entbehrlich wie seine Reden überflüssig sind.

Der Verlust der Staatlichkeit Deutschlands betrifft allerdings nicht nur die Sphäre der Politik, sondern auch die Sphäre der Ökonomie. Die Wunschvorstellung einer gemeinsamen Währungs- und Wirtschaftsunion ist eine weitere Wahnvorstellung der politischen Klasse.

Fatal wirkt sich dabei die Aufgabe der nationalen Souveränität aus. Bisher war jedes Land für seine eigene Wirtschafts-, Währungs- und Finanzpolitik verantwortlich. Diese Kompetenzen sind nun an die Institutionen der Europäischen Union, insbesondere an die Europäische Zentralbank, übertragen worden. Aber der Bruch des Maastrichter Vertrages - vor allem der No-Bail-Out-Klausel - hat die Währungsgemeinschaft in eine Schuldnergemeinschaft verwandelt. Durch die finanzpolitischen Manipulationen der Europäischen Zentralbank - für die einige Staaten mit ihren Haushalten haften - wird das „Königsrecht“ einer Republik, das Budgetrecht, letztlich ausgehebelt. Die Folgen dieser Entmachtung der Parlamente sind bekannt: statt Eintracht herrscht nun Zwietracht in Europa.

Aber was immer geschieht und noch geschehen wird, grundsätzlich stellt sich die Frage: warum hegen unsere „Volks“vertreter diese Abneigung, wenn nicht gar Verachtung gegenüber ihrem eigenen Volk? - Man kann es wohl nur so erklären: einmal ist es der Haß auf das „verbrecherische“ Volk, das den Nationalsozialismus nicht hat verhindern können, und zum anderen ist es der Haß auf sich selbst, da sie diesem „schuldigen“ Volk angehören. Dieser Haß resultiert also einmal aus dem Gefühl der von den Vätern geerbten Schuld und zum anderen aus dem Gefühl der Scham. Diese narzißtische Kränkung, bedarf einer Kompensation. Schuld und Scham verlangen nach einer Sühne, damit das idealisierte Ich sich wieder mit sich selbst versöhnen kann. Und zugleich verlangt die Schuld nach einer Strafe. Aber da es schwierig ist, sich an den eigenen Vätern zu vergreifen, so dient diesen Kindern als Übervater bzw. als Ersatz das eigene Volk.

Also bekämpfen diese Anti-Deutschen - als Vorgang einer Verschiebung - die Deutschen. Die einstige historische Unmoral wird - durch eine Verkehrung ins Gegenteil - in eine universelle Hypermoral gewendet. Verstrickt in einem pathologischen Komplex von Schuld, Sühne und Strafe irren diese zumeist linken Anti-Deutschen durch die Geschichte und leugnen dabei jede Vernunft. Die Zerstörung der Integrität des eigenen Volkes, des Staates und der Gesellschaft ist dabei das erklärte Ziel dieser Neuen Linken und der zu ihr übergelaufenen Rechten. Als verspätete Antifaschisten glauben sie, damit eine heroische Tat zu vollbringen, sozusagen einen rückwirkenden Akt des Widerstandes. Denn diese Irren leben in einer ewigen Gegenwart der Vergangenheit.

Die prosaische Tat hingegen ist der heimliche Staatsstreich. Durch die inflationäre Vergabe von Staatsbürgerschaften wird vor allem die Machtergreifung der Neuen Linken begünstigt. Die ‚Neu-Deutschen’ sind für die Linken dabei nur ein Mittel zur Beherrschung der ‚Alt-Deutschen’. Das unter Generalverdacht stehende gefährliche deutsche Volk soll als Souverän gestürzt werden. - Und so wird das bisher Unmögliche möglich: das Volk wählt nicht mehr seine Regierung, sondern die Regierung wählt sich ihr Volk.

Die Identität und Integrität, die das deutsche Volk über tausend Jahre - in guten wie in schlechten Zeiten - zusammengehalten hat, ist nun gefährdet. Ein neuer Demos soll den alten Ethnos ersetzen. Symbolisch kommt dies zum Ausdruck in der offiziellen Gedächtnispolitik. Während der Reichstag noch „Dem Deutschen Volke“ gewidmet ist, hat man im Inneren schon ein neues Denkmal errichtet. Es trägt den Titel „Der Bevölkerung“. - Glücklicherweise haben sich die Initiatoren auf einer Liste verewigt, so daß man sich eines Tages an sie erinnern kann.

                                                                                              4. Juli 2014

 

7. Exkurs

Nach der Rede des Bundespräsidenten bekam auch Navid Kermani Gelegenheit, sich zu seiner neu-deutschen Konfession zu bekennen. Kermanis Laudatio zum Jahrestag des Grundgesetzes war zwar belanglos und teilweise wirr, aber am Schluß sorgte er wenigstens noch für einen Eklat. - Was jeden, der sein Buch „Wer ist Wir?“ gelesen hat, kaum überraschen mag.

Wie zu erwarten, rühmt Kermani den deutschen Schuldkomplex, ikonisch symbolisiert durch Willy Brandts Kniefall in Warschau. Kermani meint: „Hier hatte einer Größe gezeigt, indem er seinen Stolz unterdrückte und Schuld auf sich nahm.“ - Willy Brandt als Jesus Christus, der uns von deutscher ‚Schuld’ erlöst, das hat gewiß so manches linke Herz erwärmt!

Bedenklich ist jedoch, wenn diese Schuld aus niedrigen Beweggründen politisch instrumentalisiert wird. Vor allem, wenn deren Interpretation den Herrschaftsanspruch der Neuen Linken legitimieren soll. Diese Bedenken kennt Kermani nicht. Er kritisiert hingegen, wenn im Bundestag gefordert wird, „daß die Deutschen endlich wieder ein normales, ein unverkrampftes Verhältnis zu ihrer Nation haben sollten.“ Solche Äußerungen sind in seinem Sinne völlig kontraproduktiv, arbeitet die Neue Linke doch gerade an der Abschaffung der Nation. Stattdessen kolportiert Kermani die üblichen Phrasen von einer „Wendung ins Weltbürgertum“, die natürlich nur ein Ziel hat: „Europa.“

Erst recht kann Kermani seine Gesinnung kaum verbergen, als er auf das Asylrecht zu sprechen kommt. Er kritisiert, „daß Deutschland das Asyl als ein Grundrecht praktisch abgeschafft hat. Muß man tatsächlich daran erinnern, dass auch Willy Brandt (…) ein Flüchtling war, ein Asylant?“ - Nun, muß man Kermani ‚tatsächlich daran erinnern’, daß Willy Brandt in seine Heimat zurückgekehrt ist, als die Gründe seiner Flucht entfielen? - Was natürlich die Frage nach sich zieht, würde Kermani jemals wieder in den Iran zurückkehren, dessen Staatsangehörigkeit er neben der deutschen besitzt, um sich am Aufbau seiner Heimat zu beteiligen? - Wohl kaum, denn dort dürfte ihm das Publikum fehlen, das sich entsprechende Schuldvorwürfe gefallen ließe.

In einer späteren Entgegnung wurde Kermani darauf hingewiesen, das kein Land in Europa mehr Asylbewerber aufnimmt als Deutschland. Aber wie man weiß, ist die Neue Linke gegen Tatsachen resistent. Sie sind Gefangene ihrer wahnhaften Realität. Schließlich beruht auf der Verleugnung der Wirklichkeit ihre politische Existenz.

Die Absicht der Gründungsväter des Grundgesetzes hingegen war klar: sie wollten mit dem Asylrecht politischen Flüchtlingen Schutz gewähren, solange der Grund ihrer Verfolgung anhielt. Doch was ist daraus geworden! Das großherzige Asylrecht ist - bei vorurteilsfreier Betrachtung - leider auch ein Synonym für schäbigen Asylbetrug.

Es werden weniger als zwei Prozent aller Fälle als asylberechtigt anerkannt, ein Drittel erhalten als Zweifelsfälle ein vorläufiges Bleiberecht und fast zwei Drittel aller Fälle werden abgelehnt. - Aber nahezu alle dürfen bleiben! Dies gilt sowohl für die anerkannten und geduldeten, aber auch für die abgelehnten Asylbewerber. Und nicht wenige dieser „Einzelfälle“ tauchen später in der Kriminalstatistik wieder auf. Jahr für Jahr kommen etwa hundert- bis zweihunderttausend Asylbewerber nach Deutschland, und es gab sogar Zeiten, da waren es fast eine halbe Million. Die Gründe der Mehrzahl der Asylbewerber dürften dabei weniger politischer, sondern eher wirtschaftlicher Natur sein. Wobei es sich als gefährlich erweist, wenn diese Einwanderung in die überlasteten Sozialsysteme erfolgt.

Warum wird zugelassen, daß Deutschland Jahr für Jahr von der Bevölkerungszahl einer mittelgroßen Stadt wie Rostock oder Mainz besiedelt wird? - Offensichtlich will sich die Neue Linken langfristig neue Wähler verschaffen, da irgendwann alle mit der deutschen Staatsbürgerschaft beglückt werden. Das Asylrecht dient der Neuen Linken vornehmlich zur Machtergreifung. Als faktisches Einwanderungsrecht ist es eine der Hintertüren ihres heimlichen Staatsstreichs.

Kein Wunder, daß sich manche Abgeordnete während Kermanis Rede nicht ganz wohl gefühlt haben. Und so blieb es nicht aus, daß einige Christdemokraten aus Protest den Plenarsaal verließen. Sozialdemokraten und Grüne hingegen sprangen nach dieser Rede begeistert auf und applaudierten geradezu euphorisch.

Ein Exemplar der Neuen Linken stach dabei besonders hervor. Peer Steinbrück zeigte eine seltsame Verhaltensauffälligkeit. Denn der arme Mann konnte das Wasser nicht halten. Tränen strömten über sein Gesicht, offensichtlich wurde er von Rührung übermannt. - Ein rechtgläubiger Muslim als Verfassungspatriot, der den Deutschen erklärt, was Demokratie ist! Wer hätte das gedacht!

Peer Steinbrück scheint auch zu wissen, was Demokratie ist. Vor nicht allzu langer Zeit kassierte er für einen Vortrag bei den Stadtwerken Bochum zwanzigtausend Euro, während gleichzeitig Hunderttausende im Dunklen saßen, weil sie ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen konnten. - Was nur zeigt: die Führer der Neuen Linken sind nicht nur an der Frage interessiert, „Wer sind Wir“, sondern auch an der Frage, „Wer wird Millionär“. Ansonsten gilt: no tears for krauts. Derartig befähigt, stellten ihn die Sozialdemokraten sogar als Kanzlerkandidaten auf. Und wie sich manche noch erinnern: auf einigen Wahlplakaten streckte er den Wählern seinen Stinkefinger entgegen.

Welche Schlußfolgerungen muß man aus diesen Auftritten unserer staatstragenden „Eliten“ ziehen? - Pathokratie, Oligarchie und Kleptokratie sind die Strukturen, die die Berliner Republik überformen. Aber schlimmer als diese Deformationen ist die Dekonstruktion der Republik. Denn die Dreieinigkeit von Staatsgebiet, Staatsgewalt und Staatsvolk wird durch Masseneinwanderung und Souveränitätsverlust willkürlich zerstört. Mehr und mehr geht die deutsche Staatlichkeit verloren.

Zweifellos wird dieser Niedergang durch eine wirtschaftliche Krise beschleunigt werden. Und letztlich wird dies im Untergang der Berliner Republik enden. Denn die Staatsgründungen der Deutschen sind in den letzten hundertfünfzig Jahren immer nur ein Ereignis von mittlerer oder kurzer Dauer gewesen. Dabei gibt es bei den Katastrophen des letzten Jahrhunderts eine auffällige Konstante: es ist der Realitätsverlust der politischen Eliten, die sich im Bunker ihrer Ideologien verbarrikadieren - solange, bis die Wirklichkeit unsanft an den Türen rüttelt. Man mag nun glauben, wenn diese „Eliten“ aufgrund ihrer verbrecherischen Politik verschwinden, sei dies kein Verlust, sondern eher ein Gewinn für das deutsche Volk. Doch leider haben diese Volksverführer es bisher immer verstanden, das eigene Volk in ihren Untergang hineinzureißen. - Und warum sollte es diesmal anders sein?                          

        23. Juli 2014 / 28. September 2015

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